Regionalwährung

Grobkonzept für die Einführung einer regionalen Währung im Walgau

Eine regionale Währung stärkt nicht nur die Nahversorgung und die Wertschöpfung in der Region, sondern kann eine Region auch enger zusammenbinden. Die Idee wurde auf einem Walgaugespräch geboren und anlässlich der dritten Walgaukonferenz formulierten die Bürgermeister den Auftrag, ein Grobkonzept zu erarbeiten, wie denn eine solche Regionalwährung im Walgau funktionieren könnte.

Die wichtigste Frage lautet: Welchen Mehrwert schafft die Regionalwährung „Walgauer“ dem einzelnen Kunden, dem Ladenbesitzer und dem Konsumenten. Wenn sich eine solche Regionalwährung rentieren soll, dann muss sie zirkulieren, denn wenn man sie zurücktauscht in Euro, verliert sie an Wert. Das zwingt jeden dazu, sich zu überlegen, bei wem er dieses Regiogeld ausgeben kann, und so entstehen regionale Wirtschaftskreisläufe.

Aber der Teufel liegt im Detail und ein Konzept für die Walgau- Gemeinden muss sehr sorgfältig geplant werden. „Wie muss man das Gurtiser Lädele im Vergleich zum Bludenzer Fachgeschäft behandeln?“, das ist beispielsweise eine Frage, die intensiv diskutiert wurde. Es darf nicht sein, dass der kleine Ladenbesitzer der Letzte in der Kette ist und den Schwarzen Peter zugeschoben bekommt. Sonderkonditionen und ergänzende Aktivitäten müssen das Konzept abrunden. Und zugleich muss die Frage geklärt werden, wie der Walgauer überhaupt unter das Volk gebracht wird. Auch hier gibt es verschiedene Varianten: Abonnements für Private, Fördermittel in Regionalwährung, Weihnachtsgratifikation eines Betriebes, usw.

Arbeitsgruppe

Eine erste Arbeitsgruppe erarbeitete unter der Moderation von Gernot Jochum-Müller von Januar bis April 2010 in 4 Treffen und 3 Veranstaltungen das Grobkonzept für eine Regionalwährung. An der Arbeitsgruppe waren beteiligt (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Biedermann Kerstin (GF Alpenregion Bludenz als Vertreterin des Tourismus)
  • Dünfründt Günter sowie Plakolm Alexander (als Vertreter der WIGE Bludenz)
  • Feuerstein Hanspeter (Raiffeisenbank Walgau - Großes Walsertal als Vertreter der WIG Walgau)
  • Gohm Walter (als Vertreter der WIGE Frastanz) 
  • Griessinger Sabine (GF Regionale Infrastruktur GmbH RFI)
  • Morik Josef bzw. Kessler Hannes (Tourismus: Obmann Nenzing-Gurtis Tourismus)
  • Pasqualini Alexandra (Gurtiser Lädele als Vertreterin der kleinen Nahversorger- Läden)
  • Schedel Julius (GF Verein Nahversorgung und dörfliche Lebensqualität)
  • Stadler Christl (Domino Frastanz als Vertreterin der Vereine und des Sozialbereichs)
  • Rauch Walter (Bgm. Dünserberg als Vertreter der Hanggemeinden und der Landwirtschaft)

4. Walgaukonferenz

Die 4. Walgaukonferenz nahm das Grobkonzept am 16. April 2010 zustimmend zur Kenntnis und formulierte folgende Empfehlung für das weitere Vorgehen:

"Die Walgaukonferenz begrüßt das Grobkonzept für eine Regionalwährung im Walgau und erkennt darin große Potentiale für die regionale Entwicklung. Sie empfiehlt den Gemeinden, die Beteiligung an einer Regionalwährung zu beschließen und aktiv an der Umsetzung des Konzeptes mitzuwirken.

Für die Einführungsphase zur regionalen Währung ‚Walgauer’ werden folgende Schritte empfohlen: 

  • Schritt 1 umfasst die Begleitung der Gemeinden bei der Erarbeitung ihrer Beteiligungsmodelle am System, die Bewerbung der Betriebe und den Aufbau des betrieblichen Netzwerks, die Abstimmungen mit den Banken und die Entwicklung der Währungsscheine und des Präsentationsmaterials. Diese Ergebnisse werden in der Walgaukonferenz im Herbst vorgestellt. 
  • Schritt 2 umfasst die Bewerbung des Modells, die Bewerbung der monatlichen Abos und die Abstimmung mit den weiteren Akteuren wie den Vereinen. Diese Phase wird auf 4 Monate begrenzt.

Die entstehenden Kosten für beide Schritte werden auf ca. 30.000 Euro geschätzt. Für die erste Phase fallen 50% der Einführungskosten an. Die Walgaukonferenz empfiehlt den Gemeinden, die Hälfte der Kosten für die Einführung zu tragen, die andere Hälfte soll von der Regionalentwicklung übernommen werden."

Steuerungsgruppe

Der nächste Schritt wird von einer Steuerungsgruppe von Juni bis Oktober 2010 bzw verlängert bis Frühsommer 2011 gesetzt. Neben Gernot Jochum-Müller moderiert diese auch Rolf Schilling. Ihr gehören an (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Feuerstein Hanspeter (Raiffeisenbank Walgau - Großes Walsertal als Vertreter der WIG Walgau)
  • Gohm Walter (als Vertreter der WIGE Frastanz) 
  • Griessinger Sabine (GF Regionale Infrastruktur GmbH RFI)
  • Mähr Ludwig (Bgm. Düns als Vertreter der Hanggemeinden)
  • Pasqualini Alexandra (Gurtiser Lädele als Vertreterin der kleinen Nahversorger- Läden)
  • Rauch Armin (Biobauer und Bioberater)
  • Schedel Julius (GF Verein Nahversorgung und dörfliche Lebensqualität)
  • Stadler Christl (Domino Frastanz als Vertreterin der Vereine und des Sozialbereichs)
  • Tinkhauser Michael (Bgm. Bludesch) bzw. Wegeler Helmut (Gemeinde Bludesch)

Die nächsten Schritte

Zwei eigens einberufene Bürgermeisterversammlungen haben einiges zur Klärung beigetragen und so haben sich die Walgau-Bürgermeister auf folgendes Vorgehen geeinigt: Die nächste Etappe in der Umsetzung ist die Einführung der Regionalwährung. Sie wird von der Region als Ganzes beschlossen und finanziert. Inwieweit sich jede einzelne Gemeinde dann am Geldkreislauf beteiligt, indem sie beispielsweise Fördermittel in Regionalwährung auszahlt oder diese für die Kommunalsteuer als Zahlungsmittel akzeptiert, das bleibt jeder Gemeinde selbst überlassen.

Damit stellt sich nun akut die Frage: Wer gehört eigentlich zum Walgau? Für den dreijährigen Prozess, den das Land Vorarlberg bezahlt, wurden alle Gemeinden einbezogen, die im und um den Walgau herum liegen. Im Hinblick auf die zukünftige Regionsstruktur müssen sich die Randgemeinden nun festlegen, ob sie sich an der Regionalentwicklung - und damit auch am Projekt 'Walgauer' - künftig finanziell und organisatorisch beteiligen wollen. Bis zum Sommer 2011 soll diese Frage geklärt sein. Für die Einführung der Regionalwährung laufen indes die Vorbereitungen weiter, denn von der Gestaltung der Regionalgeldscheine bis zur Organisation der Ausgabestellen muss noch einiges organisiert werden.

Und natürlich soll die Zeit auch dafür genutzt werden, die Diskussion über das Projekt in der Region noch zu verstärken. So haben wir die Walgauer Mittelschulen eingeladen, Regiogeldscheine nach bestimmten Kriterien zu entwerfen. 131 kreative Entwürfe haben wir erhalten!

Kofinanziert aus EFRE-Mitteln im Rahmen des EU-Programms "regionale Wettbewerbsfähigkeit 2000-1013"

suche in:

Walgau-Website
Walgau-Wiki

Suchbegriff