Wirtschaftsstruktur

Ergänzung der Wirtschaftsstruktur unter Berücksichtigung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)

Im Walgau fand in wenigen Jahrzehnten eine rasante Entwicklung statt, große und exportorientierte Unternehmen charakterisieren die Region. Insgesamt gab es im Walgau 2006 knapp 1.000 Betriebe mit ca. 13.000 Beschäftigten. Eine zentrale Rolle spielen die großen metallverarbeitenden Betriebe (Liebherr, Hilti, Erne, Speedline sowie große Betriebe der Lebensmittel-Branche (Rauch, 11er, ...). Eine Unterstützung der zahlreichen Klein- und Kleinstbetriebe fördert eine ausgewogene Wirtschaftsstruktur.

Einzelhandelsstruktur im Walgau

Ein weiteres wichtiges Thema im Walgau ist die Einzelhandelsstruktur, denn in einigen kleinen Gemeinden gibt es bereits keine Nahversorger mehr. Dies ist allerdings auch ein soziales Problem, denn ohne Nahversorger bleibt allenfalls noch die Dorfschule als Treffpunkt für die Bewohner. Die Einkaufslandschaft im Walgau wird geprägt durch das Handelszentrum Bürs.

2008 wurde eine Untersuchung der Kaufströme und der Einzelhandelsstruktur in Vorarlberg durchgeführt. Demnach sind die Gewinner die großen Einkaufszentren auf der grünen Wiese. Große Probleme haben die Fachgeschäfte in den Innenstädten und noch viel größere Probleme haben die Dorfläden in den Kleingemeinden. Die Studie enthielt auch eine Detailauswertung für die Region Bludenz – Bürs – Nüziders. Diese kommt zu folgendem Ergebnis: Die ortsansässige Bevölkerung kauft heute mehr als vor 8 Jahren im Einkaufsraum Bludenz/Bürs ein. Leider konnte die Bludenzer Innenstadt von dieser Entwicklung nicht profitieren, hier sank die Kaufkraftbindung um 5 Prozentpunkte. Ein ähnliches Bild zeigt das Einkaufsverhalten auswärtiger Gäste. 

Die Einkaufszentren in Bürs profitieren von ihrer Lage an der Autobahn, mit kostenlosen Parkplätzen und einer billigeren Infrastruktur. Das schlägt sich in billigeren Einkaufspreisen nieder und freut den Verbraucher. Weniger erfreut ist der innerstädtische Fachhandel, der mit höheren Mieten und kleineren Verkaufsflächen zurechtkommen muss. Und auch die Raumplanung ist wenig erfreut über die zunehmende Verbauung auf der grünen Wiese, die zu Lasten von Landschaft, Naherholung und Hochwasserschutz geht.

Und schließlich ist das ganze auch ein regionales Problem. Bludenz hat zumindest für den östlichen Walgau die Funktion eines zentralen Ortes und versorgt die Region mit vielen sozialen und kulturellen Einrichtungen, die eine Menge Geld kosten. Das kann nicht allein über finanzielle Ausgleichszahlungen des Landes finanziert werden. Dazu benötigt die Stadt ausreichend eigene Einnahmen und dafür eine gute Einzelhandelsstruktur.

Tourismus

Ein weiteres wirtschaftsstrukturelles Thema ist der Tourismus, der vor 1-2 Generationen im Walgau noch eine wichtige Rolle spielte – überwiegend in Form von Fremdenzimmern in Privathäusern, die es heute fast nicht mehr gibt. Es gibt jedoch noch über 200 Ferienhäuser im Nenzinger Himmel oder jährlich etwa 8.000 Übernachtungen in Dünserberg. Der Alpencamping Nenzing wurde zum fünften Mal vom ADAC als einer der besten Campingplätze Europas ausgezeichnet. Der Tourismus kann die Wirtschaftsstruktur des Walgaus bereichern – auch weil neue Trends dem Walgau und seiner landschaftlichen Schönheit entgegen kommen: Beispielsweise der Trend weg vom reinen Wintertourismus, hin zu mehr Kurzurlaub, zum Wandern und zum Familienurlaub in der Nähe. 

Und der Tourismus im Walgau ist auch in der Diskussion: Gespräche mit den Bürgermeistern zum Auftakt des regionalen Entwicklungsprozesses erbrachten einen Überblick über alle Themen, die für die Regionalentwicklung wichtig sein könnten. Die Bürgermeister waren nahezu einhellig der Meinung, dass der Tourismus im Walgau keine Rolle spielt. Ein halbes Jahr später wurden dann nochmals Bürgermeister- Gespräche geführt – nun im Hinblick auf mögliche Ziele für ein regionales Entwicklungskonzept Walgau. Und bei diesen Gesprächen zog sich der Tourismus wie ein roter Faden durch viele Gespräche. Auch wenn der Tourismus im Walgau nie den Stellenwert haben kann wie in den klassischen Tourismusregionen Montafon und Brandnertal - mehr Wertschöpfung als heute ließe sich damit schon erzielen. Voraussetzung dafür ist eine deutliche Verbesserung in der Hotellerie und Gastronomie, die im Walgau – von rühmlichen Ausnahmen abgesehen – eher ein stiefmütterliches Dasein fristet.

Kofinanziert aus EFRE-Mitteln im Rahmen des EU-Programms "regionale Wettbewerbsfähigkeit 2000-1013"

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